Sanierungsoffensive: Millionen für Hannovers Schulklos

Finanzspritze für Hannovers Schultoiletten

Finanzspritze für Hannovers Schultoiletten (Symbolbild)

Übler Gestank, Dreck und im Winter beißende Kälte – Hannovers Schultoiletten sind meist kein gemütlicher Ort. Das soll sich ändern – die Landeshauptstadt möchte nun rund 24,3 Millionen Euro investieren.

Ein Problem, das vermutlich jeder Schüler und jede Schülerin kennt – die dreckigen, übel riechenden Toiletten im Schulgebäude. Doch momentan gibt es Bewegung in der Politik. Die Stadt Hannover prüft zur Zeit einen Antrag auf ein Rundum-Sanierungsprogramm für ihre Schulen. Eine Arbeitsgruppe hat fast 1.000 Schultoiletten begutachtet und befunden – es muss saniert werden. „Viel zu späte Einsicht ist besser, als überhaupt keine“, kommentiert Jens-Michael Emmelmann von der CDU Ratsfraktion hämisch. „Etwas scheint unsere jahrelange Beharrlichkeit nun doch bewirkt zu haben“, führt der Politiker weiter aus.

Stadt will investieren

Die Stadt Hannover möchte nun rund 24,3 Millionen Euro in Schultoiletten stecken. Das geht aus einem Antrag der Hannoverschen Stadtverwaltung vom 12.01. hervor. Der momentane Stand ist, dass insgesamt 35 Schulen Mittel bekommen sollen. Dort will die Stadt die WCs komplett sanieren. Trennwände, Toiletten und Fliesen werden erneuert. Teilweise sollen elektrische Leitungen neu verlegt und Fenster ausgetauscht werden. „Aufgrund des (…) vorgegebenen Vorlaufs für die Ausschreibung der Planungs- und Bauleistungen wird der Großteil der geplanten Baumaßnahmen in den Jahren 2019 bis 2022 stattfinden“, heißt es im Antrag. Der Großteil der Arbeiten soll dabei in den Schulferien erledigt werden.

Warum sind viele Schultoiletten in so einem schlechten Zustand?

Für den schlechten Zustand gibt es verschiedene Gründe. So seien Trockenurinale für den Schuleinsatz ungeeignet, heißt es von der Stadtverwaltung. Die Reinigung sei aufwendig. Das „erforderliche Freispülen des Rohrsystems“ habe sich „nicht bewährt“.

Die Stadt gibt SchülerInnen eine Mitschuld am schlechten Zustand der Sanitäranlagen. „Vielfach kommt es vor, dass die SchülerInnen neben das WC urinieren oder es stark verschmutzen“, heißt es in dem Antrag. Dagegen möchte die Stadt vorgehen – etwa durch häufigeres Reinigen der Sanitäranlagen. Zudem sollen Jugendliche für einen pfleglicheren Umgang mit den Anlagen sensibilisiert werden. Auch sollen die Lernenden in die Gestaltung der WCs mit eingebunden werden.

Die Bildungs- und Jugenddezernentin der Stadt, Rita Maria Rzyski, meint: „Wir werden die Situation der sanitären Anlagen in den Schulgebäuden deutlich verbessern“. Bei dem Antrag möchte die Stadt Hannover auf Abstimmungen für jede einzelne Maßnahme verzichten. So soll das Gesamtpaket an Sanierungsplänen schnell durch die Gremien gebracht werden.

 

3 thoughts on “Sanierungsoffensive: Millionen für Hannovers Schulklos”

  1. Christoph Werner schreibt:

    In re Schultoiletten: Seit wann müssen öffentliche Toiletten „ein gemütlicher Ort“ sein? Hygienisch, sauber sehr wohl, aber gemütlich?
    Christoph Werner, Weimar

    1. Daniel Düsterdiek schreibt:

      Vielen Dank für den Kommentar! Nein, Schultoiletten müssen nicht gemütlich sein. Aber: Gemütlichkeit trägt dazu bei, dass SchülerInnen die Räumlichkeiten mehr wertschätzen könnten. Also diese auch pfleglicher behandeln. So könnten die Sanitäranlagen länger auf einem akzeptablen Stand gehalten werden. Insofern ist Gemütlichkeit zwar nicht zwingend die oberste Priorität, aber sehr sinvoll, denke ich.
      Viele Grüße
      Daniel Düsterdiek

  2. Dierk Schneider schreibt:

    Leider hat die CDU in Bezirksrat Buchholz Kleefeld den Antrag in die Fraktion gezogen und das Vorhaben um ca. einen Monat verzögert.

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