Hannoversche Gerichte suchen ehrenamtliche Jugendrichter

Die Hannoverschen Gerichte suchen  Schöffen

Das Land- und Amtsgericht in Hannover sucht neue Jugendschöffen für den Zeitraum von 2019-2023. Diese ehrenamtlichen Richter werden an den  städtischen Gerichten bei Verhandlungen eingesetzt, die 14- bis 20-Jährige betreffen. Das sind Fälle, in denen Jugendliche oder Heranwachsende eine Straftat begehen oder sie durch eine erwachsene Person geschädigt werden. Interessierte können sich bei der Jugend- und Konflikthilfe melden und sich auf eine Vorschlagsliste setzen lassen. Die letztendliche Auswahl trifft dann das jeweilige Gericht.

Wer kommt für das  Schöffenamt infrage?

Die Hannoverschen Gerichte stellen eine Liste von Vorraussetzungen   bereit, die Bewerber erfüllen müssen. Jugendschöffen müssen zwischen 25 und 69 Jahre alt sein, in Hannover wohnen und deutsche StaatsbürgerInnen sein. Gegen sie darf kein Ermittlungsverfahren laufen und auch in der Vergangenheit dürfen sie noch nie zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein.
Ein Überbleibsel aus der Vergangeheit: Die ehrenamtlichen Jugendrichter dürfen auch nie als Informanten für den DDR-Geheimdienst Stasi tätig gewesen sein.

Die Stadt Hannover sucht für die Jahre 2019 bis 2023 nach neuen Jugendschöffen und Jugenschöffinnen.

Das Amtsgericht der Stadt Hannover

Kein Kriterium für die neue Amtszeit ist allerdings, ob Bewerber schon einmal Schöffen waren. Die bisher geltende Begrenzung auf zwei Amtszeiten wurde aufgehoben.

Die Bürger, die letztendlich ausgewählt werden, müssen damit rechnen, sich regelmäßig für Gerichtsverhandlungen von ihrem Beruf freistellen lassen zu müssen. Ein Gehalt erhalten sie nicht, dafür aber eine Aufwandsentschädigung und eine Erstattung von Anfahrtskosten.

Ehrenamtliche RichterInnen können BerufsrichterIn überstimmen

In der Niedersächsischen Verfassung sind Schöffen bereits seit 130 Jahren als fester Bestandteil der Rechtssprechung gesetzt. Im Jugendgericht steht den beiden freiwilligen Richtern ein Berufsrichter oder eine Berufsrichterin zur Seite. Dennoch haben alle drei Mitglieder des Gerichts das gleiche Stimmrecht – Schöffen können Berufsrichter also überstimmen. Das erklärte Ziel der Jugendschöffengerichte ist „Erziehung statt Strafe“:  An erster Stelle steht, Maßnahmen zu finden, die eine erneute Straffälligkeit verhindern.

Wie Berufsrichter sind auch ehrenamtliche RichterInnen an geltendes Recht gebunden, bringen aber vor allem ihre eigene Lebenserfahrung mit in die Verfahren ein. So will das Niedersächsiche Justizministerium die Rechtssprechung dauerhaft demokratisch prüfen lassen.

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