Landeskriminalamt: Gefährdet Cannabis-Legalisierung Jugendliche?

Aktuelle Legalisierungsdebatte: Wird der Konsum von Marihuana in naher Zukunft legal?

Etwa jeder dritte Jugendliche in Deutschland hat schon einmal Marihuana konsumiert – das zeigt eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2014. Die Dunkelziffer der Konsumenten ist wahrscheinlich noch höher. Das Landeskriminalamt Niedersachsen geht davon aus, dass die Zahl der jugendlichen Konsumenten der Droge stark ansteigen würde, wenn diese für Erwachsene legalisiert werden würde.

LKA stellt sich gegen Kriminalpolizei-Gewerkschaft

Der Jugendschutz ist dabei das Hauptargument des Landeskriminalamts (LKA), das sich nun in einer Pressemeldung gegen eine Legalisierung von Cannabis-Produkten aussprach. „Ein freier Markt für Cannabis ist eine Einladung zum Konsum und signalisiert jungen Menschen, dass eine gefährliche Substanz harmlos ist“, erklärt LKA-Präsident Uwe Kolmey die Haltung seiner Behörde. Er reagiert damit auf einen aktuellen Vorstoß des Bundes deutscher Kriminalbeamter, der sich in vergangener Zeit vermehrt für einen milderen Umgang mit Marihuana-Konsumenten eingesetzt hatte. In der Debatte würden „aktuelle wissenschaftliche medizinischen und therapeutischen Erkenntnisse“ kaum Gehör finden, die zum Teil nicht mehr für eine starke Verfolgung von Konsumenten sprechen würden, so der gewerkschaftliche Verbund deutscher Kriminalbeamter.

Größere Gefahren für Jugendliche

Auch das Landeskriminalamt hebt die Bedeutung aktueller Forschungsergebnisse hervor – und verweist auf Experten, deren Forschung belegt, dass Cannabis-Produkte die Entwicklung junger Gehirne stark schädigen kann. Das liegt daran, dass sich im Jugendalter das Gehirn neu vernetzt. Deswegen kann ein überhöhter Drogenkonsum in diesem Lebensabschnitt zu nachhaltigeren Schäden führen als im Erwachsenenalter. Deshalb hält das LKA eine Legalisierung für das falsche Signal, weil vor allem für die Präventionsarbeit „klare und eindeutige Regeln und sinnhafte Sanktionen bei Verstößen“ nötig seien.

Gegen ein Modell wie in den Niederlanden, wo Cannabis in sogenannten Coffeeshops legal verkauft wird, spricht sich auch der Bund deutscher Kriminalbeamter aus. Da dort der Verkauf getrennt von harten Drogen und nur gegen Vorlage eines Ausweises möglich ist, sehen Befürworter die Gefahren für Jugendliche  sogar als niedriger an als bei einem Verbot der Droge. Studien belegen, dass der Marihuana-Konsum unter niederländischen Jugendlichen besonders niedrig ist.  Die Kriminalbeamten-Gewerkschaft will trotzdem lediglich die Rolle von Polizei und Justiz in der Verfolgung von Cannabis-Konsum überdenken – nicht aber einen möglichen legalen Vertrieb der Droge.

 

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